Ressourcen

Dokumentarfilm Maputinkuy

Die Menschheit befindet sich in einer der schwerwiegendsten sozio-ökologischen Krisen, die es je gab. Die Fakten sind klar, wie also können wir diese globalen Herausforderungen lösen? Alle zwei Jahre organisiert eine Gruppe junger Leute ein interkulturelles Treffen, das Vertreter:innen verschiedener indigener Gruppen der Amerikas und Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringt, um gemeinsam praktikable und ganzheitliche Lösungen für den Schutz und Erhalt unserer Mutter Erde und das Gute Leben für Alle zu erarbeiten. 

Das Gute Leben für Alle

I.L.A. steht für Imperiale Lebensweise und solidarische Alternativen. In der I.L.A.-Werkstatt setzen sich junge Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen mit den Problemen der imperialen Lebensweise und Möglichkeiten einer solidarischen Lebensweise auseinander. Sie entwickeln und erproben Transformationsstrategien für einen sozial-ökologischen Wandel und verknüpfen so wissenschaftliche Analyse mit politischer Praxis. Bei jeder I.L.A.-Werkstatt wird ein Team von Multiplikator*innen ausgewählt, die fortgebildet und dabei begleitet werden, eigene Projekte umzusetzen. 

Buen Vivir - Böll Stiftung

Eine kurze Einführung in Lateinamerikas neue Konzepte zum guten Leben und zu den Rechten der Natur.  Buen Vivir – das gute Leben, das klingt vertraut. Aber gerade diese scheinbare Vertrautheit öffnet den Weg zu allzu leichten Missverständnissen. So ist für viele die Assoziation zum Dolce Vita naheliegend oder die Vermutung, dass es sich dabei nur um eine Neuauflage der Suche nach Lebensqualität handelt. Die südamerikanische Debatte um das Buen Vivir können wir aber nur verstehen, wenn wir den konkreten Kontext, aus dem sie entstanden ist, nicht ignorieren. Buen Vivir ist zutiefst in der indigenen, andinen Tradition verwurzelt. 
[Fatheuer/Heinrich-Böll-Stiftung 2011] 

Das Ökohumanistische Manifest

Die (Un-)Ordnung unserer globalisierten, auf Egoismen beruhenden Welt führt zu immer mehr Ressourcenverbrauch und treibt ungebremst den Klimawandel voran, kann aber für viele Menschen weder Nahrung noch Wasser, Bildung, Gesundheit oder Frieden garantieren. Pierre Ibisch und Jörg Sommer analysieren die globalen Probleme ebenso wie die oft naiven Vorschläge zu ihrer Überwindung. Sie setzen dem alten Denken, das die Krise verursacht, ihre im positiven Sinne radikale Philosophie des Ökohumanismus entgegen. Sie plädieren dafür, unser Denken zu erden: Von der Natur ausgehend zum Menschen hin. Ihr leidenschaftliches und Mut machendes Manifest verknüpft die Akzeptanz der planetaren Grenzen mit dem Ziel einer gerechten Welt – und rückt den Menschen und seine Stärken in den Mittelpunkt der Debatte um die Ökologie und 
unsere Zukunft. 

Buen Vivir

Das kleine Königreich Bhutan hat mit seinem »Bruttosozialglück« eine eigene Formel für Glück entdeckt. In Lateinamerika schickt sich nun Ecuador an, jenseits materiell geprägter Gesellschaftsentwürfe einen eigenen Weg aufzuzeigen: »Sumak kawsay« lautet in der indigenen Sprache Quechua die Entsprechung für das viel beschworene Gute Leben - das Recht auf dieses friedvolle Zusammenleben mit der Natur ist sogar in der Verfassung des Landes verankert.

»Sumak kawsay« - oder auf Spanisch »Buen vivir« - ist ein zentrales Prinzip in der Weltanschauung der Völker des Andenraums und kann als »Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie mit der Natur« verstanden werden. Die Anknüpfungspunkte zu westlichen Vorstellungen über Nachhaltigkeit und Suffizienz sind unübersehbar - die Konfliktpunkte mit der im westlichen Kapitalismus herrschenden Wachstumsgesellschaft ebenfalls.

Das Buch von Alberto Acosta, einem der bedeutendsten Impulsgeber für die Idee des »Buen vivir«, bietet viele Denkanstöße, um unser Verständnis von Gesellschaft, Natur und Wirtschaft neu zu durchdenken.